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Die Geschichte des Webens

Ein Einblick in die Webkultur

Wann genau die Geschichte des Webens begann lässt sich leider auf Grund der Vergänglichkeit des Materials nicht präzise bestimmen. Sicher ist, dass das Weben eines der ältesten von Menschen ausgeführten Handwerke ist. Rund 30.000 Jahre alt sind die ältesten textilen Überreste, die bisher gefunden wurden. Sie stammen aus dem Kaukasus und bestehen aus Flachs- und Brennesselfasern. Gewebereste von Gewändern wurden in den Grabkammern des ägyptischen Altertums nachgewiesen.

Welche Anhaltspunkte gibt es, um den Zeitpunkt zu bestimmen, ab wann spätestens gewebt wurde, mit welchen Materialien und mit welchen Geräten?Weben - Eine sehr alte Tradition Schon früh wurden Zweige und Äste ineinander geflochten. Zum Weben sind jedoch endlose Fäden notwendig, was eine Aufbereitung von Fasermaterial zu gesponnenen Fäden bedingt. Vermutlich wurde in der Zeit des Ackerbaus und der Viehzucht das Bedürfnis des Menschen nach Stoffen geweckt. Die Technik des Webens kam aus dem Osten nach Europa. Gewebt wurde mit einem Gewichtswebstuhl, dessen Existenz in Europa erstmalig ca. 3000 v. Chr. mit Ausgrabungen aus der Jungsteinzeit belegt werden kann. Charakteristisch für den Gewichtswebstuhl ist, dass im Stehen von oben nach unten gewebt wurde. Er wurde bis ins Mittelalter verwendet. Wurden zunächst flachsähnliche Pflanzenfasern zu verspinnbaren Fasern aufbereitet und anschließend verwebt, so wurde ab der Bronzezeit auch Schafwolle verarbeitet. Gewebe aus ägyptischem und spanischem Leinen sowie chinesischer Seide sind aus der römischen Kaiserzeit bekannt. Aus der Zeit um etwa 2000 v. Chr. gibt es Nachweise, dass in Ägypten mit Hilfe eines horizontalen Webstuhls Gewebe gefertigt wurden. Dieser wurde weiterentwickelt zum sogenannten Hochwebstuhl, bei dem im Sitzen von unten nach oben gewebt wurde. Vermutlich aus Asien stammt die Idee des Trittwebstuhls. Auch der Lendenwebstuhl wurde dort erfunden, welcher bis heute in der Inselwelt Ostasiens Verwendung findet. Es wird deutlich, dass die verschiedenen Webgeräte auf unterschiedlichen Kontinenten teilweise parallel erfunden und weiterentwickelt wurden. Abhängig unter anderem von den jeweils vorhandenen Ressourcen und der technischen Entwicklungen. Sie werden als Urformen von Webgeräten bezeichnet und hatten auf die Entwicklung des Webstuhles, wie wir ihn heute kennen, entscheidenden Einfluss.

Wann wurde das Weben in Europa zum Industriezweig?
Etwa ab Mitte des 15. Jahrhunderts sind in Europa Weberzünfte bekannt. Hieraus entwickelten sich auch sogenannte Hauswebereien, die eine zusätzliche Verdienstquelle in Heimarbeit ermöglichten. Die Hausweber erhielten Aufträge und Garn von Faktoreien und dem Verlagssystem, welche die fertigen Gewebe dann zurück kauften. Diese Hauswebereien verschwanden mit dem Einzug der industriellen Weberei. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Weben in Form eines mechanischen Webstuhls zunehmend automatisiert bis der Handwebstuhl im Zuge der industriellen Revolution von der Webmaschine abgelöst wurde. Heute wird fast die gesamte weltweite Produktion maschinell gefertigt.

Grundlagen und Technik des Webens
Das Handwerk Weben in Perfektion Als Weberei wird die Technik bezeichnet, bei der textile Flächengebilde dadurch entstehen, dass mindestens zwei flexible Fadensysteme rechtwinklig miteinander verkreuzt werden. Diese Systeme nennt man Kette und Schuss bzw. Kettfaden und Schussfaden. Die Schussfäden werden von einer Webkante zur anderen nacheinander durch die gesamte Webbreite in die vorgespannten Kettfäden eingezogen, welche den Träger bilden. Hierbei entstehen sogenannte Gewebe, unter denen sowohl Tuche bzw. Stoffe als auch Teppiche und weitere Erzeugnisse zusammengefasst werden.

Worin unterscheidet sich das Weben vom Flechten?
Beim Flechten werden die Fäden schräg miteinander verschränkt, wohingegen beim Weben ein rechtwinklig verkreuztes Gewebe entsteht. Die Einteilung der Gewebe erfolgt unter vielfältigen Gesichtspunkten und unterscheidet sich wesentlich in ihrer Qualität voneinander. Praktische Kriterien sind unter anderem Gewebetechnik bzw. Gewebebindung, figürliche und farbliche Musterung, Fadenart und -feinheit, Faserstoffart, Verwendungszweck sowie fertigungstechnische Gesichtspunkte. Eine häufige Einteilung ist die nach dem Verwendungszweck. Hierbei werden Gewebe für Kleidung, Raumausstattung und Möbelbezug, Wäschestoffe, technische Zwecke und sonstige Zwecke unterschieden. Wurden in frühen Jahrhunderten Pflanzen- und Wollfasern zum Weben verarbeitet, so werden heute Gewebe aus Naturfaserstoffen, Chemiefaserstoffen und Faserstoffmischungen hergestellt. Vor allem die Faserstoffmischungen gewinnen zunehmend an Bedeutung. Lassen sich so doch die Eigenschaften und Gebrauchswerte des Gewebes erheblich verbessern. Welche kennzeichnenden Merkmale für Gewebe gibt es? Um das Gewebe korrekt zu kennzeichnen, müssen je nach Vereinbarung oder Bedarf unterschiedliche Merkmale angegeben werden. Neben der Faserstoffart werden die Garnart, die Flächenmasse, die Gewebedicke, die Fadendichte, die Bindungsart, die Gewebebreite und -länge sowie die Webtechnik angegeben.

Benötigt man zum Weben unbedingt einen Webrahmen oder Webstuhl?
Beispielsweise beim Brettchenweben benötigt man keinen Webrahmen oder Webstuhl. Auch einige andere Techniken können ohne diese Geräte auskommen. Heute wird das Handweben meist als Kunsthandwerk betrieben. Eine wichtige Abgrenzung der Weberei muss zur Bildwirkerei vorgenommen werden. Die beiden Techniken sind zwar miteinander verwandt, jedoch werden bei der Bildwirkerei die Schussfäden nicht durch die gesamte Webbreite eingearbeitet. Gelegentlich entstehen kleine Webfehler, welche mit Werkzeugen wie der Putznadel, der Putzschere und dem Putzeisen ausgebessert werden. Diese Ausbesserungen nennt man Putzen, wodurch die Benennung der Werkezuge deutlich wird. Ein interessantes Detail ist, dass die Fäden bis weit ins 18. Jahrhundert hinein trotz aller technischen Entwicklungen und Erfindungen von Hand gesponnen wurden. Um dem Weber genügend Garn liefern zu können, arbeiteten ca. 4-10 Spinner für einen Weber.



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Fortsetzung folgt

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