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Zuerst einmal möchten wir klarstellen das wir mit diesem Blog niemanden vorschreiben möchten, wie er seine Preise gestaltet, aber uns ist aufgefallen das es doch bei manchen Dingen sehr günstige Preise gibt. Dabei können wir nicht nachvollziehen, wie diese kalkuliert wurden. Vielleicht sieht auch der ein oder andere das als Hilfestellung, weil er vielleicht an etwas noch nicht gedacht hat bei seinen Preisen.

Auch ich habe mich am Anfang etwas schwer getan mit dem Thema, aber da meine Schwester Michaela BWL studiert hat, habe ich eine doch sehr große Hilfe an der Seite. Dank ihrer super Erklärung bekomme ich das inzwischen auch gut allein hin, aber ich lasse Sie auch immer noch einmal über die Kalkulation schauen ob nicht vielleicht sich doch ein kleiner Fehler eingeschlichen hat. Was passieren kann und man selbst es nicht gleich auf Anhieb sieht, da man doch sehr fokussiert darauf ist.

Für uns ist einfach auch wichtig, dass sich jeder zu Beginn die Frage stellt „Was ist mir mein Produkt wert?“ Damit einher geht auch die Frage „Ist es ein Unikat oder nicht?“

Ich persönlich lege sehr viel Herzblut hinein und möchte das die Produkte an Kunden gehen, die das auch zu schätzen wissen. Und in diesem Sinne hat auch Liebevolles seinen Preis und nur wer gewillt ist diesen zu zahlen wird es auch zu schätzen wissen. Diese „Hintergrund“-Faktoren sind sehr wichtig, denn wenn meine Schwester einen Preis kalkuliert hat, dann bekomme ich immer zuerst die Frage „Was sagt dir dein Bauchgefühl was es kosten sollte?“ Und wenn ich Ihr dann meine Preisvorstellung gesagt habe bekomme ich erst den kalkulierten Preis zu hören.

Nun kommen wir zu dem Punkt „Welche Faktoren müssen bei einer Kalkulation beachtet werden?“

Wichtige Grundfaktoren sind bei allen das Material und die Fertigung der Produkte.

Bei mir besteht das Material aus dem Stoff und der Füllung. Beim Material ist die Menge, welche man für das Produkt benötigt, ausschlaggebend (bei mir z. Bsp. aus einem 0,5m Stoff kann man z. Bsp. 2 Babybodys herstellen). Alle Materialien, die verwendet werden, ergeben als Summe die Grundkosten. Auf diese Grundkosten müssen noch Gemeinkosten aufgeschlagen werden. Unter Gemeinkosten versteht man die Kosten, die man nicht direkt für das Produkt ermitteln kann, dies sind z. Bsp. bei mir die Garne oder Kleinmaterialien. Der zweite Punkt ist die Fertigung, darunter fällt vor allem der Zeitaufwand für das Produkt (je nach Produkt bei mir zwischen 0,5h und 3h), welcher mit einem kalkulatorischen Lohn greifbar gemacht wird. Schließlich möchte man auch seine Arbeit honorieren. Sonst bräuchte man keinen Shop und könnte seine Produkte einfach so verschenken.

Auf diese Fertigungskosten, werden ebenfalls Gemeinkosten aufgeschlagen. Fertigungsgemeinkosten sind vor allem der Strom, Miete, Nebenkosten, Maschinen und dergleichen. Die Gemeinkosten werden mit einem Prozentwert auf das Material und die Fertigung aufgeschlagen, dieser beträgt in der Regel 5%-15%.

Mit den Positionen Material und Fertigung ermittelt man im ersten Schritt seine Herstellungskosten, die das Produkt tragen und abwerfen muss. Unter den Herstellungskosten sollte man nie seine Produkte verkaufen, was für jeden selbstverständlich sein sollte. Auf die Kosten schlägt man eine Gewinnmarge auf, was dann in Summe die Selbstkosten ergibt. Auf die Selbstkosten muss die Umsatzsteuer gerechnet werden, denn diese muss jeder beachten auch Kleinunternehmer sowie im Nebengewerbe. Denn wenn das Geschäft wächst und man zählt nicht mehr in die Kleinunternehmer-/ Nebengewerberegelung und man hat die Umsatzsteuer nicht einkalkuliert, dann kommt das böse Erwachen und man muss die Summe der Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Auf die Selbstkosten kalkuliert man auch immer mindestens 5% Rabatt ein, da man falls das Produkt nicht läuft es ja auch vielleicht günstiger verkaufen will, um es doch noch an den Kunden zu bekommen und nicht nur als „Ladenhüter“ in der Ecke liegen haben möchte.

Wenn alle diese Faktoren berücksichtigt und einkalkuliert wurden, dann ergibt das den reellen Produktpreis, zu dem man das Produkt verkauft.

Lasst euch also nicht von den höheren Preisen verschrecken. Handarbeit ist einfach teurer als Industrielle Arbeiten. Industrielle Ware ist auf hohe Stückzahlen ausgelegt und das möchten wir hier nicht, sondern wir bieten alle Unikate und individuelle Produkte an, wo viel Herzblut drinsteckt. Dies sollte jedem bewusst sein!

Die liebe Kollegin Zimtblüte schrieb mir zu dem Thema folgenden Satz: „Wenn wir eine Flasche Wein öffnen, muss sie mit dem ersten Glas, das wir verkaufen bezahlt sein. Und genau so ist das mit deinen Stoffen!“ Und dieser Satz ist ein sehr guter Leitsatz.

Ich hoffe dieser Blog hilft euch etwas weiter.

Hier noch das Schema als kleine Hilfestellung, wenn fragen diesbezüglich bestehen, dann scheut euch nicht uns zu kontaktieren wir versuchen euch gerne zu helfen:

Materialkosten (MK) (Bsp. Stoffe + Füllung)  
Materialgemeinkosten (MGK) (Garne usw.) 5% von MK
Fertigungskosten (FK) Zeitfaktor
Fertigung-GK (FGK) 5% von FK

Herstellungskosten (HK = MK+MGK + FK+FGK)

 Summe
Verwaltungsgemeinkosten (VerwGK) 10% von HK
Vertriebsgemeinkosten (VGK) 10% von HK
kalk. Selbstkosten (SK)  Summe HK + VerwGK + VGK
Gewinnmarge 5% von kSK
Rabatt 5% von kSK
Berverkaufspreis (BK)  Summe HK + Gewinn + Rabatt
Umsatzsteuer (USt) 19% von BK
Listenverkaufspreis  Summe BK + Ust

 

Wir wünschen euch weiterhin viel Freude bei euren Kreationen und dem Entdecken von neuen Unikaten.

 

Viele Grüße

Eure Steffi und Michaela

 

Aktualisierung: 19.02.2021 16:07Uhr -> Kalkulationsschema aktualisiert





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Kommentare  

 
zimtbluete
#10 zimtbluete 2021-02-22 17:45
Liebe Stefanie,

vielen Dank für deinen Blogbeitrag, den ich sehr interessant und bereichernd finde. Auch die Kommentare der lieben Kolleg*innen bringen einem ein Stück weiter. Ich gehe bei meiner Preiskalkulation auch sehr oft nach dem Bauchgefühl und weiß, dass ich manche gestrickte Teile, die viel arbeitsintensiver sind als viele denken, zu günstig bin, obwohl ich hier bei Palundu eher bei den teueren Shops bin. Bei der ganzen Sache darf auch nicht vergessen werden, dass das Finanzamt spätestens nach etwa drei Jahren ohne Gewinn nicht mehr mitspielt. Liebhaberei zur Steuerersparnis nennt es das. Ich habe nach zwei schlechten Jahren (wegen Dwd-Aus) ganz schnell Post bekommen und musste ein Programm einreichen wie ich meinen Gewinn steigere. Meine Meinung: nur wenn WIR unsere Produkte und unsere Arbeit wertschätzen, was sich eben auch im Preis ausdrückt, schätzt es auch der Kunde. Billigware gibt es genug beim Discounter.
 
 
StefanieM1988
#9 StefanieM1988 2021-02-21 21:02
Hallo Susanne,

wir nehmen den üblichen Stundenlohn der zzt gilt. Auch ich mache bei manchen dingen noch abstriche aber ganz unter wert will ich es nicht verkaufen. Es soll schließlich ein Unikat sein und kein Massenprodukt. lg Steffi
 
 
cantharellus
#8 cantharellus 2021-02-21 13:43
Ich finde, deine Zusammenstellung auf jeden Fall eine wertvolle Hilfe. Der Knackpunkt bei allen Überlegungen ist immer, dass ich nicht weiß, wieviel ich für eine Arbeitsstunde veranschlagen soll. Gerade bei den extrem zeitintensiven Stricksachen kann man da nur sehr wenig ansetzen, bei manchen Sachen ist eine solche Konkurrenz am Markt, dass man im Prinzip für die Arbeit gar nichts bekommt - und dann kann man es bald sein lassen. Deshalb liebe ich auch Socken nicht besonders...
Aber eine wirklich vernünftige Kostenrechnung ist in diesem Bereich weder üblich noch möglich. Das einzige, was hilft, sind selbst entworfene Unikate, für die manche dann auch einen angemessenen Preis zahlen. Die immaterielle Belohnung in Gestalt von Freude beim Entwerfen und Herstellen und über die Wertschätzung derjenigen, die die Sachen dann doch kaufen, ist auf jeden Fall die eigentliche Triebfeder dafür, den Shop zu führen - viel Geld springt dabei jedenfalls nicht heraus.
LG Susanne
 
 
StefanieM1988
#7 StefanieM1988 2021-02-21 10:18
Hallo ihr lieben,

vielen dank für eure netten Worte. Wir wollen hiermit niemanden dazu nötigen es so zu kalkulieren sondern nur mal aufzeigen das viel mehr dazu gehört. Auch wir haben sicherlicher noch nicht an alles gedacht und man kann auch nicht für alles einen festen Preis bzw Prozentwert festlegen. Und auch wir schauen nach der Kalkulation ob unserer Meinung nach der Preis vertrettbar ist oder ob wir lieber sagen dann lassen wir es. Das "Bauchgefühl" für die Produkte ist trotzdem unablässlich. LG Steffi
 
 
Happy_Cards
#6 Happy_Cards 2021-02-20 15:03
Hallo Steffi!

Vielen Dank für diese Anleitung!
Ich stelle mir immer die Frage: "Was ist mir mein Produkt wert?"
Ein Unikat soll auf jeden Fall nicht günstiger als industriell hergestellte ähnliche Produkte sein.
Wer "handmade" schätzt, der wird auch mehr zahlen.
Ein hilfreiche Blog, ich werde auch darüber nachdenken.

VG Kristina
 
 
Reloaded
#5 Reloaded 2021-02-19 23:14
Oh je, irgendwie muss ich euch schon rechtgeben, aber ich bin da bisschen zweigeteilter Meinung. Wenn man wirklich alles miteinberechnet sind viele Dinge unbezahlbar und man will ja auch was verkaufen. Solange ich Freude an meinem Hobby habe und noch was dabei rausspringt bin ich schon zufrieden. Wenn ich die Zeiten mitreinrechnen würde, die ich fürs Auto packen den ganzen Tag auf den Markt stehen und wieder alles auspacken.. wo soll das hinführen?
Ich überlege mir immer, was würde ich dafür bezahlen und schlage noch was drauf. Material und Zeit natürlich schon mitbedacht. Aber die ganzen anderen Faktoren würde ich nur machen, wenn ich davon leben müsste. Wenn ihr es ganz genau nehmt, müsst ihr die Kalkulationszeit auch noch mitberechnen. Macht euch nicht verrückt mit der ganzen Rechnerei.
 
 
KarolaHahnKreativ
#4 KarolaHahnKreativ 2021-02-19 17:41
Vielen Dank für die Mühe, die ihr euch mit dem Beitrag und der Aufstellung gemacht habt! Mir fällt noch der Kostenfaktor Werbung ein.
Es kommt halt ganz schön was zusammen an Kosten!
Liebe Grüße
Karola
 
 
StefanieM1988
#3 StefanieM1988 2021-02-19 15:19
Hallo Andrea,
Hallo Fritz,

danke für euren Lieben Worte :-)
Ihr habt da natürlich recht!
Ich/wir sehen dies nicht als Kritik an, sondern als netten Hinweis :-), denn unser Motto ist "Keiner ist in allem perfekt"

Wir bzw. meine Schwester haben/hat diese 2 Positionen vergessen mit zu nennen :-?
Bei den Dingen handelt es sich um die Verwaltungs- und Vertriebsgemeinkosten, welche man natürlich einkalkulieren muss und soll. Das erfolgt auch über einen %-Satz, welchen man im Vorhinein festlegen muss. Dieser sollte aber nicht über 15%-20% liegen, da sollte man prüfen ob man noch was einsparen kann.

Unter Verwaltung zählen dann die Beispiele Shopgebühr, Handwerkskammer, Online Anwalt und Produktverwaltung etc.
Unter die Vertriebsgemeinkosten zählen dann unter anderem die Verpackungslizenz (welche man hier auf Palundu auch ganz einfach auf die Versandregel aufschlagen kann) sowie Wegkosten/Benzin etc.
Und so kommt immer etwas dazu was man mit einkalkulieren muss.

Bezüglich dem Punkt Material-Etiketten von Andrea, sowas rechnen wir mit in die Materialkosten als separaten Punkt oder über die Materialgemeinkosten ein.

Mit jedem Produkt und jeder Kalkulation wird man besser :-)

Wir wünschen euch beiden auch weiterhin viel Erfolg :-)

VG Steffi und Michaela
 
 
Strickschnecke
#2 Strickschnecke 2021-02-19 13:22
Hallo Steffi,
Deine Anleitung ist eine wertvolle Hilfe! Herzlichen Dank dafür.
Ich muß aber Andrea zustimmen das bestimmte Ausgaben, die nicht unerheblich sind, in der Auflistung fehlen.
Bitte verstehe es nicht als Kritik an Deiner Arbeit. Es sollte als Denkanstoß dienen. Schließlich sollte unser Shop ja auch Gewinn bringen.
Weiterhin viel Erfolg!

Liebe Grüße
Fritz
 
 
AnTaschen
#1 AnTaschen 2021-02-19 12:31
Hallo Steffi

Danke für Eure Auflistung, was mir aber noch fehlt in euren Berechnungen sind die Kosten z.B. :
für Shopgebühr, Verpackungslizenz, Handwerkskammer, Online Anwalt, Zeit für Fotos und Produkt anlegen, Material Etiketten, Verpackungsmaterial, Weg zum Versender Benzin evtl.

Wo habt Ihr das berechnet?

Viele Grüße Andrea
 


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