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MATERIALKUNDE

 

Einer der schönsten Vorbereitungsschritte für ein neues Strickprojekt ist das Aussuchen des passenden  Garns. Jede Strickerin und jeder Stricker hat dabei ganz individuelle Vorlieben, Empfindlichkeiten oder Ansprüche. Genau das macht das Aussuchen des Materials besonders spannend.

 

Sicherlich werden Sie mit der Zeit Lieblingsgarne haben, die Sie gerne immer wieder verarbeiten möchten. Doch Sie werden auch merken, dass sich Ihr Lieblingsgarn nicht durchweg für alle Strickprojekte eignet.

Ob ein bestimmtes Garn zu Ihrem geplanten Projekt passt, hängt von den zugrundeliegenden Fasern sowie von der Struktur und der Stärke des Faden ab. Diese drei Eigenschaften beeinflussen zum einen maßgeblich das Strickbild und das Strickerlebnis und zum anderen den Tragekomfort, die Strapaziefähigkeit und die Pflegeeigenschaften des fertigen Strickstücks.

Sie können mit einem hochwertigen, schönen Material ein besonders ansprechendes Strickstück erzeugen, das auch vollständig ohne Muster wirkt. Umgekehrt wird auch das aufwendigste Muster bei Verwendung von unpassendem Garn misslingen.

Legen Sie also großes Augenmerk auf die Auswahl des Materials und testen Sie es anhand einer oder mehrerer Maschenproben, bevor Sie mit dem eigentlichen Projekt beginnen. So ist Ihnen die ungetrübte Freude am Stricken selbst und danach am fertigen Strickstück gewiss.

 

FASERMATERIAL

Was passiert, wenn Sie für ein Lieblingssommertuch- Design anstatt des in der Strickanleitung vorgesehenen dünnes Mohairgarns eines Ihrer liebsten dicken Alpakagarne verweden ? Wie verhält sich ein Strickpullover, den Sie statt aus dünner Baumwolle aus Seide oder aber aus einem Angoragarn  stricken ? Mit zunehmender Erfahrung werden Sie solche Fragen beanworten können und immer sicher in der Materialauswahl werden.

Allen Garnen ist gemein, dass sie durch das Verdrehen und Verziehen, also das Spinnen von Faserbündeln oder Endlosfasern entstehen. Sie können dabei aus einem einzigen Fasertyp bestehen oder eine Mischung verschiedener Faserarten enthalten. Wie Ihr Strickstück am Ende wirkt, hängt maßgeblich davon ab, woraus und wie das verwendete Garn hergestellt wurde.

Bei den Ausgangsmaterialien von Garnen unterscheidet man natürlich von künstlichen Fasern. Auf den folgenden Seiten werden sie ausführlich erklärt. Natürliche Fasern umfassen dabei Proteinfasern ( Haare von Tieren )und auf der anderen Seite Zellulosefasern ( Pflanzenfasern ).

 

   

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Proteinfasern ( tierische Fasern )

Umgangssprachlich werden alle Garne landläufig unter dem Begriff " Wolle " zusammengefasst. Er beschreibt streng genommen jedoch lediglich eine Unterkategrie der Strickgarne, nähmlich jene, deren zugrundeliegende Fasern ihren Ursprung im Fell von Schafen haben.Im weiteren Sinn gehören zu dieser Gruppe ebenso die Haare aus dem Fell anderer Säugetiere wie beispielweise Alpakas, Ziegen, Kamele oder Kaninchen.

Schafwolle

Schafe zählen zu den wichtigsten Wolllieferanten. Viele Strickerinnen und Stricker ist allerdings die Tatsache nicht bewusst, dass weit über 200 untersxhiedliche Schafrassen existieren, die sich natürlich den jeweiligen klimatischen Bedingungen ihres Lebensraums angepasst haben. Das Fell von Schafen kann daher stark variieren. Und so unterschiedlich, wie die Tiere zum Teil aussehen, so voneinander abweichend sind auch die Garne, die später aus ihrer Wolle gesponnen werden.

Eigenschaften von Schafwolle

Elastizität: Wolle hat eine natürliche Elastizität. Strichsachen behalten ihre Ursprungsform, leiern und hängen nicht so schnell aus.

Filzanfälligkeit: Wolle besitzt je nach Rasse ihres Lieferanten viele bis sehr viele Schuppen, die das innere der Fasern schützen. Diese Schuppen sind der Grund dafür, dass Wolle schnell filzen kann. Der natürliche Filzprozess setzt nähmlich dann ein, wenn Fasern aufquellen und sich die Schuppen ineibander verhaken. Dies kann durchaus gewünscht sein, beispielweise bei griffig- festen Wohnaccessoires oder winddichter Kleidung.

 

SUPERWASH - GARNE

Sie finden in ihrem Wollgeschäft auchsogenannte "Superwash- Garne" . Sie sind aus Fasern hergestellt, deren Schuppen entfernt wurde. Der natürliche Filzprozess wird dadurch unterbunden, die Garne können problemlos auch bei höheren Temperaturen gewaschen werden. Super-wash- behandelte Wolle fühlt sich anders an und ist aufgrund der Behandlung weniger elastisch, kann also unter Umständen eher ausleihen.

 

Kratzigkeit: Aufgrund der Schuppen an den Fasern kann Wolle kratzen. Die Kratzigkeit hängt dabei maßgeblich mit der Länge und Feinheit der Haare zusammen. Je feiner diese Haare sind, desto weniger kratzig ist auch das spätere Strickstück.

 

SUPERFINE, FINE, LAMBSWOOL

Wie bei allen tierischen Fasern hängt die Feinheit vom Alter der Tiere ab. Junge Tiere haben sehr viel feineres und weniger kratziges Fell. Daher notieren Hersteller meist explizit auf der Banderole, wenn es sich um Fasern sehr junger Tiere bzw. um Wolle aus deren erster Schur handelt. Kennzeichen sind Zusätze "superfine", "fine" oder "lambswool"

 

SCHURWOLLE

Schurwolle bezeichnet neue, vom lebenden Tier gewonnene Wolle. Reißwolle hingegen stellt eine Wiederverwertung aus älteren Wollvorräten dar.

 

Die feinste Wolle vom Schaf ist die vom Merinoschaf, aber auch hier unterscheiden sich die Fasern, je nach Klimazone. Es gibt australische Merinoschafe, südamerikanische Merinoschafe und auch deutsche Merinoschaf. Letztere fallen ein wenig aus der Reihe, die fasern ihrer Wolle sind nämlich weniger fein als die der anderen beiden Rassen, was schlicht am rauen Kilma hier im Deutschland liegen mag. Das ist letztlich auch der Grund dafür, dass Merinogarn deutscher Tiere weniger weich und kuschelig ist als andere Merinogarne.

Eine Besonderheit stellt die Wolle der Islandschafe dar. Sie besteht aus zwei Fasersorten: aus den ganz rauen, langen Deckgaaren sowie aus der Unterwolle. Man kann diese Fasern zwar leicht voneinander trennen, sie werden aber häufig sogar absichtlich zusammen versponnen, umden Garnen den typischen "isländischen" Charakter zu verleihen. Die langen Fasern tragen dazu bei, dass Islandpullver sehr robust sind. Sie können bei jedem Wetter zum Arbeiten draußen in der Natur getragen werden undhalten durchaus auch mehrere Generationen. Aber genau diese langen Fasern machen die Wolle eben auch sehr kratzig, und dieses Gefühl mag nicht jeder.

 

  

 

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Kommentare  

 
Deliana
#2 Deliana 2021-01-25 21:16
Vielen Dank für diesen ausführlichen Bericht. Auch als Häklerin ist das Material von ausschlaggebender Bedeutung. Es macht immer wieder Spaß mit neuen/anderen Garnen zu experimentieren. Oft ist man überrascht, wieviel Wirkung ein Muster bei Verwendung eines anderen Materials hat. Das macht die Handarbeit uns das Entwerfen von Designs so spannend.
Liebe Grüße Delia
 
 
AlanjasSchatzkiste
#1 AlanjasSchatzkiste 2021-01-25 09:03
Ich bin zwar keine Strickerin, kann aber genau nachvollziehen, was Du meinst. Denn das gilt für jedes "Handwerk", das man ausübt. Es ist von entscheidender Wichtigkeit, welches Material man für welches Projekt verwendet, damit es gelingen kann.
Ein sehr interessanter Artikel für alle "Wollmäuse", aber auch für mich gab es einiges darin zu lernen.
Grüßle, Renate
 


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