Was ist eigentlich mercerisierte und gasierte Baumwolle?

Geschrieben von DoroM
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Was ist eigentlich mercerisierte und gasierte Baumwolle?

Baumwollgarne, die in ihrem Siegel „mercerisiert“ tragen, wurden durch ein besonderes Verfahren sozusagen „veredelt“.
Dieses Verfahren wurde von John Mercer in der Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt.
Dazu lässt man die Garne unter Zug in einer Natronlauge quellen, dabei wird der ursprüngliche nierenförmige Querschnitt fast rund und die Verdrehung geglättet. Dadurch erhalten die Stoffe einen waschbeständigen Seidenglanz und einige ihrer Eigenschaften werden dadurch verbessert, so lässt sich mercerisierte Baumwolle besser färben, es hat eine höhere Festigkeit und eine bessere Elastizität.

Da dieses Verfahren sehr kostspielig ist, wird es nur für qualitativ hochwertige Textilien angewendet.

Baumwollstoffe können auch durch verschiedene Arten des Webens veredelt werden.

Qualitätskriterien

Für die Bewertung der Qualität der Baumwollrohware sind folgende Kriterien ausschlaggebend:

Die Länge der Fasern, der sog. Stapel: Sehr hochwertige Sorten haben Stapellängen von mehr als 39 Millimeter.

Die Reinheit: Handgepflückte Baumwolle hat einen höheren Reinheitsgrad als mechanisch gepflückte.

Die Farbe, die zwischen cremig-weiß bis schmutzig-grau liegen kann, je nach Sorte, Anbaugebiet, Herstellungs- und Aufbereitungsprozess.

Der Reifegrad: Auch hier hat handgepflückte Ware eine höhere Qualität, da nur reife Kapseln abgeerntet werde, die unreifen und überreifen Kapseln werden nicht genommen, außerdem weist die Rohbaumwolle eine geringere Verschmutzung auf, als maschinell gepflückte.

Die Feinheit

Die Reißfestigkeit

Die Klassierung dient einerseits der Preisfindung und andererseits der Kategorisierung der Fasern zu den unterschiedlichen Verarbeitungszwecken.

Anwendung

Der größte Anwendungsbereich für Baumwolle liegt in der Textilindustrie.

In zahlreichen weiteren Produkten wird Baumwolle verwendet, z.B. als Verbandsmaterial in der Medizin, in der Kosmetik und Hygiene, z.B. als Watte. Bei einigen Papiersorten, Kaffeefiltern und auch bei Banknoten ist Baumwolle ein Hauptbestandteil.

Das Gasieren, Abflämmen oder Sengen ist ein industrielles Verfahren zur „Veredelung“, um die hervorstehenden Faserenden (Härchen) aus den Garnen und Geweben zu beseitigen.

Eine besondere Rollen spielt dieses Trockenausrüstungsverfahren für textile Gebilde aus cellulosischen Spinnfasern, insbesondere Baumwolle, aber auch für solche aus Wolle und Synthesefasern bzw. Fasermischungen. Da das Sengen von Garnen unwirtschaftlich ist, wird es meist nur noch bei speziellen Garnen, wie z. B. Nähgarnen, vorgenommen.

Die zu bearbeitenden textilen Gebilde werden zum Beispiel mit glühenden Metallkörpern in Berührung gebracht, durch nichtleuchtende Gasflammen (Bunsenbrennerprinzip) gezogen oder an hocherhitzten Keramikkörpern (indirektes Strahlensengen) vorbeigeführt.

Durch diese Anwendungen erhält das Produkt eine besonders glatte, feine und klare Optik, die Ware wirkt eleganter und griffiger. Zusätzlich wird die Neigung zum Verschmutzen, sowie bei Geweben aus Synthesefasern, speziell Polyesterfasern, die Pillingbildung reduziert. Der Arbeitsgang des Gasierens wird bei Naturfasern, wie Baumwolle, meist vor, seltener nach dem Färben durchgeführt.

Quellenverzeichnis:
http://www.materialarchiv.ch/#/detail/561/baumwolle
http://de.wikipedia.org/wiki/Baumwolle
https://de.wikipedia.org/wiki/Gasieren



 




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Kommentare  

 
MyLittleDesings
#1 MyLittleDesings 2018-03-27 09:03
Hallo Doro
Dein Beitrag war sehr interessant. Ich freue mich immer wenn ich was Neues dazu lernen kann.
Viele Grüße Sibylle